Der Vielseitigkeitssport (VPG), früher auch als
"Schutzhundesport" bezeichnet, besteht aus drei verschiedenen
Abteilungen, der Fährte, dem Gehorsamsteil und dem Schutzdienst,
die je nach Prüfungsstufe unterschiedlich schwer gestaltet sind.
Zum Jahresbeginn 2012 wurde der Begriff "Vielseitigkeitsprüfung"
durch den Begriff "Internationale Gebrauchshundeprüfung (IPO)"
ersetzt.
Vorraussetzung für die Teilnahme ist die erfolgreich abgelegte
Begleithundeprüfung, sowie ein Mindestalter von 18 Monaten für
die IPO I, 19 Monate für die IPO II und 20 Monate für die IPO
III.
Die genaue Prüfungsordnung gibt es
hier.
Fährte
Die erste Abteilung ist die Fährte, auf der der Hund
ausschließlich mit der Nase einer zuvor vom Hundeführer
bzw.
einem unabhängigen Fährtenleger gelegten Fährte folgen
muss. Der
Hund wird hierbei meist an einer 10 m langen Leine
geführt, kann
aber auch frei laufen. Um die Schwierigkeit zu erhöhen,
sind
zudem Gegenstände und Winkel eingefügt. Trifft der Hund
auf
einen Gegenstand, so sollte er ihn entweder aufnehmen
oder sich unverzüglich
hinlegen, im
Chargon "Verweisen" genannt. Bewertet wird hierbei zum
einen das
korrekte und konzentrierte Suchen sowie natürlich das
rasche,
korrekte Verweisen sowie die Sauberkeit der Winkel. Die
Anforderungen im Einzelnen:
IPO I |
Eigenfährte; min. 300
Schritte, drei Schenkel, zwei Winkel (ca. 90°), zwei dem
Hundeführer gehörende Gegenstände, min. 20 min. alt |
IPO II |
Fremdfährte; min. 400
Schritte, drei Schenkel, zwei Winkel (ca. 90°), zwei
Gegenstände, min. 30 min. alt |
IPO III |
Fremdfährte: min. 600
Schritte, fünf Schenkel, vier Winkel (ca. 90°), drei
Gegenstände, min 60 Minuten alt |
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 | Gehorsamsteil
Die nächste Abteilung ist der Gehorsamsteil.
Der erste Teil deckt sich mit der Freifolge bei der
Begleithundeprüfung, wobei die "Gruppe" am Ende des ersten
Teiles, also vor der Sitz- und Platzübung erfolgt. Auch der
Teil "Ablegen unter Ablenkung" ist identisch.
Hinzu kommen bei der Vielseitigkeitsprüfung verschiedene andere
Übungen, wie "Steh", Apportieren über eine Hürde sowie eine
Schrägwand und "Voraus". Je nach Prüfungsstufe sind die
Anforderungen natürlich unterschiedlich hoch.
Außerdem wird bei der Vielseitigkeitsprüfung die
Schusssicherheit des Hundes geprüft, indem auf der ersten
Geraden der Freifolge zweimal im bestimmten Abstand geschossen
wird. Der Hund sollte sich hier gleichgültig verhalten. |
IPO I
Bringen auf ebener Erde:
Der Hund muss ein 650 gr schweres Bringholz, das der Hundeführer
zuvor geworfen hat, auf der Ebene apportieren. Dabei darf der
Hund erst auf das Kommando seines Herrchens losspurten, muss
direkt, ohne Umwege, zum Gegenstand laufen, diesen sicher im
Maul tragen, vor dem HF vorsitzen (wie beim "Ablegen in
Verbindung mit Herankommen" im ersten Teil des Gehorsamsteils"),
auf dessen Befehl das Holz in seine Hände übergeben, und
schließlich, wiederum erst auf Befehl des Hundeführers, die
Grundstellung einnehmen.
Bringen über eine Hürde:
Diese Übung verhält sich analog der vorigen,
allerdings wird der Gegenstand hier nicht auf der
freien Fläche, sondern über eine 1 m hohe Hürde
apportiert. Der Hund muss die Hürde sowohl auf dem
Hin- als auch auf dem Rückweg vom Gegenstand nehmen
und frei über die Hürde springen, d.h. ohne
aufzusetzen |
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Bringen über eine Schrägwand
Diese Übung unterscheidet sich von den vorgehenden beiden darin,
dass der Gegenstand vom Hundeführer über eine 180 cm hohe
Schrägwand geworfen wird, und der Hund diese beim Apportieren
überqueren muss.
Voraussenden mit Hinlegen
Hier geht der HF mit seinem freifolgenden Hund zunächst
geradeaus, bis er unter gleichzeitigem richtungsweisendem Heben
des Armes das Kommando "Voraus" gibt. Der Hund sollte darauf in
schnellem Tempo geradlinig in die angezeigte Richtung rennen und
sich auf das Kommando des Hundeführers zügig ablegen.
Anschließend geht der HF zu seinem Hund, stellt sich neben ihn,
und lässt ihn, auf Geheis des Richters, die Grundstellung
einnehmen. |
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IPO II
Steh aus dem Schritt
Diese Übung erfolgt analog der Sitzübung, außer dass der Hund
hierbei statt "Sitz" das Kommando "Steh" bekommt
Bringen auf ebener Erde
wie bei der Prüfungsstufe I, nur ist der Gegenstand 1000 gr
schwer
Bringen über eine Hürde
Bringen über eine Schrägwand
Voraussenden mit Hinlegen
alle drei sind identisch mit den Anforderungen bei der IPO I |
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IPO III
Steh aus dem Laufschritt mit Herankommen
Der Unterschied zur IPO II besteht hier darin, dass das Kommando
"Steh" aus dem Laufschritt heraus gegeben wird, und dass der
Hund anschließend abgerufen wird. Wie üblich, sollte der Hund
hier vorsitzen und auf den Befehl des HF wieder die
Grundstellung einnehmen.
Bringen auf ebener Erde
Eine erneute Steigerung zur vorherigen Prüfungsstufe besteht
darin, dass der Gegenstand jetzt 2000 gr schwer ist.
Bringen über die 1 m Hürde
Bringen über die Schrägwand
Voraussenden mit Hinlegen
...wiederum identisch mit der IPO I und II
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Schutzdienst
Diese Abteilung bildet gewissermaßen die "Paradedisziplin" der
Vielseitigkeitsprüfung: häufig an bestimmten Stellen von einem
Raunen der Zuschauer begleitet, verlangt sie dem Hund nicht nur
starken Trieb und Kraft ab, sondern gleichermaßen auch ein sehr
hohes Maß an Gehorsam und Impulskontrolle. Denn es geht in
dieser Disziplin nicht nur ums "Beißen", sondern ebenso um das
zügige Ablassen, nämlich dann, wenn der Hund auf keinerlei
Gegenwehr des Helfers mehr stößt. Zudem darf der Hund den Helfer
nicht angreifen, solange dieser den Hund oder seinen HF nicht
bedroht oder zu fliehen versucht.
Nebenbei sei noch erwähnt,
dass der Hund nur am Schutzärmel des Helfers zugreifen darf.
IPO 1
Revieren nach dem Helfer Der Hund muss auf
Sicht- und Hörzeichen des HFs das fünfte und sechste Versteck
umqueren, wobei sich im letzten, für den Hund nicht sichtbar,
der Helfer befindet. Der HF befindet sich dabei auf der
Mittellinie des Platzes, die er auch nicht verlassen darf.
Stellen und Verbellen
Hat der Hund den Helfer entdeckt, muss er ihn stellen und
verbellen, ohne ihn jedoch anzuspringen oder anderweitig zu
bedrängen oder gar zuzufassen. Nach einer kurzen Verweildauer
kommt der HF bis auf wenige Schritte auf den Hund zu und ruft
ihn in die Grundstellung.
Verhinderung eines Fluchtversuches des Helfers
Auf Anweisung des HF tritt
der Helfer aus dem Versteck und
begibt sich auf einen festgesetzten "Fluchtpunkt". Der Hund wird
im Abstand von fünf Schritten von Helfer abgelegt, während der
HF zurück zum Versteck geht. Anschließend unternimmt der Helfer
einen Fluchtversuch, den der Hund ohne Kommando sofort durch
kraftvolles Zufassen vereiteln muss. Sobald der Helfer still
steht, muss der Hund allerdings ablassen, wobei ein Hörzeichen
erlaubt ist. Tut er dies nicht, sind bis zu zwei zusätzliche
Kommandos erlaubt. Nach dem dritten erfolglosen Kommando wird
das Paar disqualifiziert.
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Abwehr eines Angriffes aus der Bewachungsphase
Nach einer kurzen Bewachungsphase von 5 Sekunden greift der
Helfer den Hund an. Dieser muss sich selbstständig ohne
Einwirken des HF, verteidigen. Hat der Hund zugefasst, werden
ihm zwei Schläge mit einem sogenannten Softstock verpasst,
erlaubt sind hierbei nur der Bereich der Schulter und des
Widerrists. Bei Stillstand des Helfers muss der Hund wiederum
sofort ablassen. Im Anschluss geht der HF auf Hund und Helfer zu
und ruft seinen Hund in die Grundstellung ab.
Angriff auf den Hund aus der Bewegung
Hund und Hundeführer stellen sich an einer markierten Stelle auf
der Mittellinie des Platzes auf. Der Helfer tritt aus einem
Versteck, geht zunächst normal bis zur Mittellinie, um mit
Erreichen der Mittellinie Hund und HF frontal anzugreifen.
Unterschreitet der Helfer einen Abstand von 30 - 40 Schritten,
wird der Hund durch ein Kommando losgeschickt, um sich und
seinen HF durch Zufassen zu verteidigen. Wieder muss der Hund
bei Stillstand des Helfers ablassen. Anschließend geht der Hund
auf Hörzeichen in die Grundstellung über. Danach wird dem Helfer
der Softstock abgenommen. Schließlich erfolgt ein
Seitentransport des Helfers zum Leistungsrichter.
Der Hund geht hierbei an der rechten Seite des Helfers, sodass
er sich zwischen Helfer und HF befindet, den Helfer aufmerksam
bewachend. |
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IPO 2
Revieren nach dem Helfer
...wie bei Stufe 1,
außer dass 4 Verstecke umquert werden müssen
Stellen und Verbellen
Verhinderung eines Fluchtversuchs des Helfers
Abwehr eines Angriffs aus
der Bewachungsphase
...wie bei Stufe 1
Rückentransport
Der Helfer geht auf Befehl des HF voran, Hund und HF
folgen im Abstand von 5 Schritten.
Der Hund sollte den
Helfer aufmerksam beobachten.
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Überfall auf den Hund
aus dem Rückentransport
Auf Geheiß des Leistungsrichters dreht sich der Helfer
um und greift den Hund an. Der Hund muss sich, ohne zu
zögern, selbstständig durch Zufassen verteidigen und
nach Einstellung der Bedrohung durch den Helfer
ablassen.
Angriff auf den Hund aus der
Bewegung
Hund und Hundeführer stellen sich an einer markierten Stelle auf
der Mittellinie des Platzes auf. Der Helfer tritt aus einem
Versteck, geht zunächst normal bis zur Mittellinie, um mit
Erreichen der Mittellinie Hund und HF frontal anzugreifen.
Unterschreitet der Helfer einen Abstand von 30 - 40 Schritten,
wird der Hund durch ein Kommando losgeschickt, um sich und
seinen HF durch Zufassen zu verteidigen. Wieder muss der Hund
bei Stillstand des Helfers ablassen. Anschließend geht der Hund
auf Hörzeichen in die Grundstellung über. Danach wird dem Helfer
der Softstock abgenommen. Schließlich erfolgt ein
Seitentransport des Helfers zum Leistungsrichter. Der Hund geht
hierbei an der rechten Seite des Helfers, sodass er sich
zwischen Helfer und HF befindet, den Helfer aufmerksam
bewachend.
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IPO 3
Revieren nach dem Helfer
wie bei Stufe 1 und 2, außer dass diesmal alle 6 Verstecke
umquert werden müssen.
Stellen und Verbellen
Verhinderung eines Fluchtversuches des Helfers
Abwehr eines Angriffes aus der Bewachungsphase
Rückentransport
Überfall auf den Hund aus dem Rückentransport
Angriff auf den Hund aus der Bewegung
Abwehr eines Angriffes aus der
Bewachungsphase jeweils wie bei Stufe 1 und 2
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Punktzahlen und Bewertung
Für jede Abteilung sind maximal 100 Punkte zu vergeben. Die
Bewertung der Leistung geschieht nach folgenden Richtlinien:
Vorzüglich |
Sehr gut |
Gut |
Befriedigend |
Mangelhaft |
300 - 286 Punkte |
285 - 270 Punkte |
269 - 240 Punkte |
239 - 210 Punkte |
<209
Punkte |